Was deine Heimat auch braucht: Klarheit. Es gibt ja schon einige Faktenchecks, die zeigen, dass Hofer gar kein so toller und sozialer Kerl ist, auch wenn er sich gerne so präsentiert. Ich habe auf der Plattform ANTI FPÖ – GEGEN FPÖ heute eine sehr kurze und gute Zusammenfassung darüber gefunden, was Hofer verspricht und was er tatsächlich tut. Ich habe sie noch weiter ergänzt:
Das sagt er: Mehr Rechte für Hackler!
Das tut er: Am 23. Mai 2015 stellte die FPÖ einen Antrag für die Abschaffung der Arbeiterkammer. Genau genommen forderten die FPÖ, die Neos und die TS eine Auflösung der Pflichtmitgliedschaft. SPÖ-Abgeordneter Wolfgang Katzian sagt dazu, dass eine Auflösung der Pflichtmitgliedschaft einer Abschaffung der Arbeiterkammer gleiche.

Das sagt er: Unser Geld für unsere Leute!
Das tut er: Die FPÖ ist gegen die Begrenzung von Luxuspensionen und gegen eine Reichensteuer. Dafür stimmte sie gegen Überbrückungsgelder für Bauarbeiter und gegen den Gratis-Kindergarten. Schon 2011 sprach sich die FPÖ gegen eine Erhöhung der Mindestsicherung für Kinder und Jugendliche aus.

Das sagt er: Mehr Arbeit für unsere Österreicher!
Das tut er: Norbert Hofers FPÖ stimmte im April 2015 gegen mehr Geld zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit. Im März 2014 stimmten sie gegen eine Erhöhung der Unterstützung für den Wiedereinstieg älterer arbeitssuchender Menschen.

Hofer

Das sagt er: Mehr Geld für den kleinen Mann!
Das tut er: Die FPÖ stimmte im Dezember 2014 gegen die Erhöhung des Pflegegeldes. Auch einem Ausbau des Pflegefonds, mit dem man mobile und stationäre Dienste weiterentwickeln könnte, stimmte die FPÖ als einzige Partei nicht zu. Die FPÖ stimmte am 13.2.2014 gegen die Streichung von Steuerprivilegien für Spitzenmanager und Konzerne und gegen die Erhöhung der Bankenabgabe.

Das sagt er: Österreich zuerst!
Das tut er: Norbert Hofer ist Mitglied der Burschenschaft Marko Germania, die die Nation Österreich ablehnt und sich fürs „deutsche Volktum“ einsetzen will.

Häupl hat dazu einige wichtige Worte:IFrame

Was hält Hofer eigentlich von Frauen?

Sollte Hofer Präsident werden, wird er die Bundeshymne ohne „große Töchter“ singen, erklärt er in einem Interview mit dem Wochenmagazin Profil. Er nehme zwar zur Kenntnis, dass der Text gesetzlich so vorgegeben ist, aber er singe die Hymne trotzdem lieber so, „wie seine Mutter und Großmutter gesungen haben.“ Bei der Puls4-Diskussion vergangenen Sonntag sprach er sich zudem dafür aus, dass Frauen vor einer Abtreibung eine mehrere Tage andauernde Bedenkzeit einlegen sollten. Bevormundung at its best. Als wären Frauen kindermordende Kreaturen, die nicht fähig sind, verantwortungsbewusste Entscheidungen alleine zu fällen. Selbstbestimmung? Nicht in einer blauen Welt.

Auch mit Frauenhäusern scheint die FPÖ nicht viel anfangen zu können. 2012 lehnte die FPÖ Amstetten eine Subvention für das Frauenhaus ab. Die Begründung? Frauenhäuser zerstören Ehen und sind „Unfug, der abgestellt gehört.“ Übrigens, surprise surprise: Hofer spricht sich auch aktiv gegen gleichgeschlechtliche Ehen aus. Und was die FPÖ und der RFJ für ein Frauenbild haben, wissen wir alle. Ihr habt dieses Video doch nicht vergessen, oder?

RFJ, FPÖ, HC Strache

Viele scheinen eines oft nicht zu bedenken: Norbert Hofer steht hinter dem FPÖ-Parteiprogramm. Hofer schreibt, Kickl reimt, HC schreit ins Mikro. Das sind keine linkslinken Hetzversuche, wie manche behaupten würden, sondern klare Positionen seitens der FPÖ. Es geht hier nicht darum, ob man „links“ oder „rechts“ ist, ob man „wahrer“ Österreicher ist, der stolz auf sein Land ist und „zuerst an Österreich“ denkt. Es geht auch nicht (nur) um die Flüchtlingsdebatte und kriminelle Ausländer, „die Sozialschmarotzer sind“ – um ein paar FPÖ-Trolle zu zitieren. Es geht darum, dass Norbert Hofer sich selbst als etwas verkauft, das er einfach nicht ist.

Hofer setzt sich nicht für den einfachen Mann ein. Er kämpft nicht für mehr Rechte für Arbeiter. Er bemüht sich nicht um mehr Arbeit. Er hat ein völlig falsches Verständnis von Frauenrechten. Das muss jeder Hofer-Wähler endlich kapieren. Auch wenn er sympathisch wirkt, mit einer Altenpflegerin verheiratet ist, eine körperliche Behinderung hat und das sagt, was so manch einer gerne hören will. Die FPÖ ist weit davon entfernt, eine soziale Heimatpartei zu sein.