„Als kleines Mädchen wollte ich immer wie Barbie aussehen. Groß, blond, ein anatomisch gesehen nicht möglicher Taillenumfang – so sah mein Idealbild aus. Ob es an den Puppen lag, mit denen ich so gerne spielte oder daran, dass ich einfach wie die anderen, ,,typisch‘‘ österreichischen Mädchen aussehen wollte, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich mit meinem eigenwilligen, dunklen Haar und meinen schon damals sehr buschigen Augenbrauen eher eine Frida Kahlo als eine Heidi Klum war. Eigentlich ich bin es noch immer. Und ich feiere es. Ich habe gelernt, die Sachen, die ich früher an mir hasste, zu akzeptieren und zu lieben. Meinen Körper zu besitzen. Was in der Beauty- und Modewelt gerade ,in’ ist, darf man nicht allzu ernst nehmen. Mal wirst du wegen deinen Augenbrauen beschimpft und ausgelacht, mal wirst du deswegen gefeiert. Das Wichtigste ist, dass man lernt, zu sich und seinem Aussehen zu stehen, egal ob Frida oder Heidi. Das macht einen wirklich schön.

Unabhängig und frei. Gebildet und eigenständig. Das will ich sein, das wurde mir von meiner Mutter stets beigebracht. Ich bin froh, dass ich in meinem Leben stets von starken, unabhängigen Frauen umgeben bin. Doch ich kenne auch Frauen und Mädchen, die dies nicht können. In vielen Ländern können auch die stärksten Frauen von ihren Männern durch Gesetze abhängig gemacht werden. Ihre Brillianz und Intelligenz wird hinter Stoffen versteckt, um sie möglichst klein zu halten. Es gibt Frauen, die für ihren Einsatz geschlagen werden oder sogar mit dem Leben bezahlen. Es gibt Frauen, denen Säure ins Gesicht geschüttet wird, weil sie Bildung wollen, weil sie unabhängig sein wollen. Es gibt auch Frauen, denen es verboten ist, Rad zu fahren oder in der Öffentlichkeit zu lachen. Doch all diese Missstände zeigen nur, wie viel Angst manche vor starken Frauen haben. Ich will für diejenigen da sein, die eine ganze Menge Girlpower haben, diese aber nicht zeigen können.“ _DSC5971_DSC6231 _DSC6486

 

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