Ich habe mich im Juni einem kleinen Selbstversuch ausgesetzt und meine persönliche Comfortzone immer wieder bewusst verlassen. Ich habe öfters Ja zu Dingen gesagt, auf die ich im ersten Moment nicht so große Lust hatte. Hier ein kleiner Auszug und die Erklärung, warum ich das getan habe:

3. Juni, Bowling und Döner

Überrascht es jemanden, wenn ich sage, dass ich nicht sonderlich oft in der Millennium City bin? Erstens ist es ziemlich weit weg für mich und zweitens ist es einfach die Millenniumcity. Aber hey, Freunde haben es vorgeschlagen und ich möchte mich ja aus meiner Comfortzone bewegen. Kommen wir zum kulinarischen Highlight: Ich achte mehr oder weniger auf meine Ernährung und bin nicht unbedingt der Typ, der viel Trash isst, schon gar nicht nachts. Aber an diesem Abend war ich nicht nur in der Millenniumcity bowlen, sondern habe mir danach noch einen Döner gegönnt. Wow, war der lecker.

10.+11. Juni, Party, Karaoke und Demo

Wer feiern kann, kann am nächsten Tag auch arbeiten. Das hat mir meine Mutter immer gepredigt. Ich habe sie beim Wort genommen und war am Freitag, 10.6., feiern. Alleine die Tatsache, dass ich im VIE ii Pee war, sollte einen eigenen Punkt wert sein, immerhin war ich gefühlt die Älteste dort. Kommt sich sonst keiner komisch vor, wenn 14-Jährige auf der Tanzfläche schmusen und man selbst will eigentlich nur zu guter Musik tanzen? Davor war ich übrigens in einer sehr abgefuckten Karaoke-Bar und habe zum ersten Mal in meinem Leben vor einem „Publikum“ gesungen. „Say my Name“ von Destiny’s Child und „Wo willst du hin“ von Xavier Naidoo, den ich übrigens in keinster Weise unterstütze. Die Bar war unendlich dirty und das Klientel auch ziemlich schräg, aber es war so lustig. Bis sich ein Teenie quasi vor meinen Füßen übergeben hat. Naja auf jeden Fall war ich am nächsten Tag ab 11 Uhr auf der Demo der Identitären und das allein hätte schon sehr viel Kraft gekostet. Ich habe mir dafür selbst auf die Schulter geklopft.

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16. Juni, free the nipple

Ich bewundere Frauen, die immer oder oft ohne BH rumlaufen. Mich kostet das bisher noch zu viel Überwindung, ich kann auch nicht wirklich erklären, wieso das so ist. Im Sommer ist es aber wirklich eine Tortur, irgendwelche engen BH’s tragen zu müssen und das nur, um der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen. Deswegen war ich am 16.6. ohne BH im Supermarkt und habe mich richtig frei und mutig dabei gefühlt. Für manch eine Frau ist das wahrscheinlich eh total normal, es geht hier ber auch um meine Comfortzone.

23.+24. Juni, Eine geteilte Dusche in der Hütte

Okay, wandern ist eine super Sache. Ich mache es kurz: Ich habe einer Hütte zugestimmt, in der es kein eigenes Badezimmer und Klo gibt. Ja, ich weiß, das ist in Hütten eh normal. Für mich sind geteilte Duschen und Klos ein bisschen ein Horror. Trotzdem habe ich es gemacht und es war super. Das könnt ihr hier nachlesen.

24. Juni, vom Berg ins Theater

Gerade runter vom Berg, war ich auch schon wieder auf dem Weg ins Theater. Das klingt jetzt nicht nach viel Aufwand oder Mühe. Wäre es auch nicht gewesen, wäre ich nicht kurz davor vom Wandern heimgekommen, hätte es nicht 36 Grad gehabt und wäre das Theater nicht in Melk gewesen. Ich war unendlich müde und erledigt von der Wanderung, bin davor schon zwei Stunden im Auto gesessen und trotzdem war es die richtige Entscheidung, hinzufahren. So ein Freundinnen-Ausflug macht nämlich richtig Spaß.

Den ganzen Juni: Die EM

Die EM. Oh Gott. Ist sie dann wieder vorbei oder wie schau ma aus? Sorry, die EM könnte mir wirklich nicht egaler sein. Trotzdem war ich oft bei Public Viewings und habe sogar ein bisschen mitgefiebert als Österreich gegen Portugal gespielt hat. Ich glaube, es geht auch eher darum, Zeit mit seinen Freunden zu verbringen. Nebenbei schaut man halt Fußball. Zumindest war das bei mir der Fall.

 

Ihr seht, der springende Punkt ist folgender: Manchmal muss man Dinge machen, auf die man nicht so Lust hat oder die einen in der Bequemlichkeit stören. Nur so kann man Neues erleben. Ich bin 25 Jahre alt und wenn ich jetzt schon faul bin und immer das Gleiche mache, wie soll ich dann im Leben weiterkommen? Ich für meinen Teil versuche jetzt also öfters eine Ja-Sagerin zu sein und kann es euch nur ans Herz legen.