Diese Frage wurde mir kürzlich ziemlich oft gestellt. Und ja, es stimmt. Ich war schon immer viel in der Natur unterwegs, auch als Kind, aber besonders in letzter Zeit habe ich dieses Hobby für mich noch einmal mehr für mich entdeckt.

Wen man hört, dass jemand „besonders gerne in der Natur ist“ denken viele anscheinend automatisch an langweilige, unspannende und nicht unbedingt super „coole“ Menschen, die einfach ein schrecklich ödes Leben führen und deswegen ständig im Wald abhängen. Das ist aber neben der Tatsache, dass es eine irrsinnig klischeehafte Denkweise ist, kompletter Blödsinn.

Ich brauche manchmal einfach nur ein bisschen Abstand von der Realität. Ich will dann mit Marko und Tito, unserem Hund, neue Orte entdecken, mich im Wald verlaufen und dadurch eine wunderschöne Lichtung finden. Ich will dem Lärm, dem Stress und den gehetzten Menschen in der U-Bahn entfliehen. Ich will meine To-Do-Liste vergessen und mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben fokussieren, auf die wir alle so oft vergessen. Deswegen bin ich so oft in den Bergen, im Wald oder in einem Kornfeld zu finden. Nicht, weil ich eine Langweilerin bin, keine Freunde habe oder mir nichts Besseres einfällt. Durch die frische Luft bekomme einen klaren Kopf, erinnere mich selber wieder daran, worauf es im Leben ankommt und kann mit neuer Motivation durchstarten.

Es ist auch immer so ein bisschen wie verreisen. Man packt ein paar Sachen zusammen, schnappt sich seine Gang und seine Kamera und sammelt neue Erfahrungen. Ob das jetzt ein paar Stunden, einen Tag oder eine Woche dauert, ist dabei gar nicht so wichtig. Ich arbeite zurzeit sehr viel und kann es mir ehrlich gesagt auch einfach nicht leisten, nur auf Reisen zu sein. Ich glaube aber, ich kann behaupten, dass ich mehr im Ausland bin als der Durchschnitt. Aber manchmal reicht es auch einfach, einen Spaziergang zu machen und all seine Verpflichtungen zu Hause zu lassen. Wirklich. Das kann ich jedem ans Herz legen. Der Nächste, der mich also fragt, ob ich „jetzt einen auf Wanderer mache“, kann ich nur antworten: Ja, tue ich. Deal with it.

Foto by Marko Mestrovic

Foto by Marko Mestrovic