„Ich finde es so toll, was du geschafft und dich getraut hast! Ich höre diesen Satz so oft von Menschen, die ich nicht kenne. Ich weiß, er ist nett gemeint, aber ich möchte ihn trotzdem nicht hören. Vor allem nicht von Menschen, die ich nicht kenne, die aber meinen, mich zu kennen. Was habe ich denn geschafft? Was habe ich mich denn getraut? Was ich bin, habe ich mir nicht ausgesucht. Ich habe es einfach nur gewusst wie jede/r andere auch. Ich wusste wer ich bin, ich musste nur andere davon überzeugen. Dies oder meine Art mich zu präsentieren, machen mich zwar zu der, die ich heute bin. Das macht aber nicht meiner ganze Person aus.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Aufmerksamkeit für mein Auftreten, aber ich will nicht gesagt bekommen, wie stark ich bin. Ich stehe dazu, biologisch nicht das zu sein, was ich gesellschaftlich darstelle, aber ich will mich damit nicht mehr befassen müssen. Es ist ein Kapitel meines Lebens, das ich durchlebt habe, welches ich aber gerne abschließen würde.

Ich will auch schwach sein dürfen. Ich möchten nicht aufgrund meines Geschlechts zu etwas Besonderem gemacht werden. Es erinnert mich ständig daran, nicht vollwertig, nicht gut genug zu sein. Ich lüge auch nicht, Gesellschaftsidealbilder und Männer haben mich schon oft dazu gezwungen, mich absichtlich dagegenzulehnen oder mich ihnen zu beugen. Aber ich will nicht mehr, ich will nur mehr ich sein, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Ich bin gerne schön, sexy, schwach, fuckable, stark, auffällig, unauffällig, traurig, glücklich,…Ich möchte einfach ich sein dürfen.“

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