Wie manche vielleicht schon mitbekommen haben, habe ich letzten Monat einen kleinen Selbstversuch gestartet. Ich habe Ja zu Dingen gesagt, die mich im ersten Moment in meiner Bequemlichkeit stören. Das habe ich diesen Monat fortgesetzt und möchte das „Projekt“ bis Ende August durchziehen. Also, hier ein kleiner Auszug, wann ich mich aus meiner Comfortzone bewegt habe und was ich dadurch mitgenommen habe:

1.-8.Juli – Shared bathroom

In dieser Woche war ich in New York. Habe ich schon erwähnt, dass ich noch nie so ein tolles Geburtstagsgeschenk bekommen habe? Es war wirklich toll, aber in dieser Zeit habe ich etwas getan, was mir sonst gar nicht ähnlich sieht: Ich habe mir ein Badezimmer eine Woche lang mit jemandem geteilt, den ich nicht kenne. Zugegeben, das ist für viele wohl keine große Sache, für mich aber schon! Ich wusste von Anfang an, dass das Badezimmer geteilt wird und ich habe trotzdem zugesagt und habe dann auch gar keine Faxen gemacht. Moment, ich muss mir selbst kurz auf die Schulter klopfen. Marko meinte auch, dass ich meinen inneren Monk (Hygiene und so) sehr gut im Griff habe. Und es war echt nicht schlimm. Es war wohl eine kleine Vorbereitung, dass wir bei dieser Wanderung auch kein eigenes Bad hatten.

7. Juli – Tacos und Margaritas

Auch wieder in New York: Freunde von uns haben uns in einen Taco-Laden ausgeführt, den ich alleine und unter anderen Umständen nie aufgesucht hätte. Es war laut, unordentlich, wenig Platz und sehr voll – nicht gerade das Bistro, das ich sonst aufsuche. Aber zum Glück habe ich nicht weiter nachgedacht und mich an mein #sayyes-Prinzip gehalten, denn die Tacos und die Margaritas waren richtig lecker.

16. Juli – Peinliche Snaps

Ich habe auf Snapchat eine Labbersession eingelegt und einfach geredet, ohne wirklichen Zweck oder Ziel. Kurz danach schreibt mir ein Freund auf Whatsapp, was eigentlich mein Problem ist und warum ich mehr oder weniger so Müll rede – oder hat er sich auch auf meine „schicke“ Gesichtsmaske bezogen, ich weiß nicht so genau. Im ersten Moment war ich total verunsichert und wollte meine ganze Story am liebsten löschen. Aber dann dachte ich mir: Who cares. Man kann es nicht jedem Recht machen und man ist manchmal sogar seinen Freunden peinlich. Das ist auch okay so. Ich habe meine Comfortzone also verlassen, indem ich sein Kommentar einfach elegant ignoriert und mich nicht hab verunsichern lassen. Ha!

18. Juli – Fleisch, überall Fleisch

Okay, eigentlich passt es mir gar nicht, dass ich etwas Pro-Fleisch schreibe, aber es geht jetzt hier nicht um Moral und Ethik, sondern um meine Comfortzone und die Herausforderung, die ich mir selbst gestellt habe. Wir haben am Montagabend bei einem Freund gegrillt (wer mir auf Snapchat folgt, weiß das 😀 -> alxstnc) und ich war für den Einkauf verantwortlich. Normalerweise kümmere ich mich nie um Fleisch, weil das einfach nicht so mein Ding ist und ich mich auch davor ekle. Aber am Montag habe ich mich zusammengerissen und Steaks eingekauft. Ich war zwar nicht stolz auf mich, aber ich habe mein Ekel gegenüber (rohem) Fleisch überwunden. Immerhin etwas.

27. Juli – Pyjamaparty mit einer Neunjährigen

Ich liebe Kinder, echt jetzt. Vor allem die in meiner Familie sind einfach herzig. Es passiert aber sehr selten, dass ein Kind bei mir schläft. Das ist aber nicht so das Problem, ganz im Gegenteil. Ich habe sie sehr gerne um mich. Es geht eher um die Tatsache, dass Kinder einfach einen anderen Zugang zu Ordnung und Sauberkeit haben. Ein kleines Beispiel: Meine kleine Cousine Petra isst einen Schokoriegel nicht so wie ich. Ich lasse die Packung dran und mache mir meine Finger so nicht schmutzig. Sie nimmt den Riegel, legt ihn auf ihre flache Hand, sieht fern und lässt die Schoko langsam aber sicher auf ihrer Hand schmelzen. Der Horror für den Monk in mir! Statt ihren Riegel aus dem Fenster zu werfen und alles andere Klebrige wegzuschmeißen, habe ich einfach gechillt (oder es zumindest versucht). Puh, war das eine Herausforderung. Im Endeffekt habe ich begriffen, dass ich die Monk’sche Alex loswerden muss, falls ich mal Kinder haben möchte. Da ist die Couch einfach voll mit Schokoflecken, da springt man mal mit schmutzigen Füßen auf ein frisch bezogenes Bett und auch der Hundersabber am T-Shirt ist nur halb so wild… Das wird ein langer Weg, das kann ich euch sagen.

30. Juli – Free the nipple

Ähnlich wie letzten Monat kostet es mich Überwindung, ohne BH rumzulaufen. Während ich letzten Monat nur kurz in den Supermarkt gehuscht bin, war ich dieses Mal am See mit einem luftigen Kleidchen. Das nenne ich Fortschritt.

31. Juli – Pasta mit Hühnchen

Ich habe noch nie Pasta mit Hühnchen gegessen. Ich esse entweder Pasta oder ich esse Hühnchen. Beides zusammen gibt’s nicht. Aber am Sonntag haben uns Freunde zu sich eingeladen und sie haben extra für mich Hühnchen gemacht, weil sie wissen, dass ich kein Steak esse. Wie hätte ich das also ablehnen können? Außerdem vertraue ich dem Gastgeber, er ist nämlich ein Gourmet himself. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Pasta war der Hammer und ich bin froh, dass ich mich selbst nicht daran gehindert habe, so etwas Gutes zu essen. Ich bin was Essen angeht zugegebenermaßen etwas schwierig, aber ich versuche wirklich, Neues auszuprobieren.