„Was, jetzt willst du auch noch schauspielern?“, „Du hast auch eindeutig zu viel Zeit!“ und „Super, ich wusste, du hast das Zeug dazu!“ waren nur ein paar der Reaktionen meines Umfelds, als ich erzähle, dass ich einen Schauspielkurs besuchen werde. Letztere kam übrigens von meiner Mutter. Sie würde mir wohl auch dann gut zureden, wenn ich verkünde, dass ich gerne Bundespräsidentin wäre. Mama ist halt die Beste.

Okay, jetzt ist wohl der richtige Moment, in dem ich gestehe, dass ich gar keine Schauspielerin werden will. Ja, ich gebe zu: Das war Clickbaiting. Meine Hoffnung war, dass manche von euch stirnrunzelnd draufklicken und wissen wollen, was in mich gefahren ist. Bei wem das geklappt hat: Juhu! Bitte verschwindet nicht gleich, lest zu Ende. Ich war nämlich wirklich in einem Schauspielkurs und möchte euch erzählen, wie es war.

Yoga oder Schauspiel?

Die VHS Wien hat sich bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich nicht einen ihrer Kurse besuchen und darüber schreiben möchte. Die Idee fand ich auf Anhieb toll, weil es eine sehr große Auswahl an Kursen gibt und mich viele davon interessieren. Das Ganze ist nicht teuer und ich würde es jedem meiner Freunde ans Herz legen. Ich habe mich zuerst für folgende Angebote entschieden: Gebärdensprache, Yoga, Selbstverteidigung und Schauspiel. Kurz habe ich überlegt, ob ich nicht einen Bauch-Bein-Po Kurs aussuche oder vielleicht Arabisch wähle, die oberen Alternativen haben mich dann aber doch mehr überzeugt.

Das ist übrigens eine Szene aus Hamlet, ihr Kulturbanausen!

Das ist übrigens eine Szene aus Hamlet, ihr Kulturbanausen!

Letzten Endes ist es dann Schauspiel geworden und ich muss ehrlich zugeben, dass ich ziemlich aufgeregt war. Ich würde mich als selbstbewusst einschätzen, aber vor wildfremden Personen auf Kommando lachen, weinen, schreien oder toben? Klingt gar nicht so einfach. Aber dazu komme ich noch, step by step.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Angebot der VHS wahrzunehmen. Entweder einmal die Woche verteilt auf einen gewissen Zeitraum oder eine Blockveranstaltung. Mein Kurs war eine Blockveranstaltung am Wochenende und das kam mir auch gelegen, weil ich unter der Woche immer sehr viel zu tun habe. Am Samstag waren es sieben Stunden, am Sonntag vier. Ja, ich weiß. Das klingt nach ziemlich viel auf einmal und wo bleibt die Freizeit? Schon klar. Aber glaubt mir, ich bereue es wirklich nicht! Das war jetzt kein Mathematik-Kurs, in dem man kein bisschen entspannen kann. Ganz im Gegenteil, ich habe meinen Gefühlen freien Lauf gelassen und fühle mich dadurch irgendwie erleichtert.

Die zwei Lehrer und die Gruppe waren total liebe und offene Menschen. Was mir neben den Übungen, die wir gemacht haben, am besten gefallen hat? Wir waren eine komplett gemischte Runde. Wir hätten nicht unterschiedlicher sein können. Da wäre P. aus Favoriten, die gerne indisch tanzt. M., die Chemie-Studentin, die übrigens glatt als Komikerin durchgehen könnte. C., die ein Improvisationstalent ist und E., die AHS-Lehrerin, die jede Szene, egal wie spontan, total souverän gespielt hat. Es war so spannend, diesen Personen beim Theaterspielen zuzusehen, echt jetzt!

Traurig, wütend, fröhlich, ängstlich

Das sind sozusagen die Grundgefühle, die jeder von uns hat. Auf denen haben wir in den zwei Tagen aufgebaut. Wir sind auch ein bisschen Theorie durchgegangen, aber eigentlich haben wir die meiste Zeit praktische Übungen gemacht, wofür ich sehr dankbar bin. Ich muss die ganze Woche immer mitdenken und deswegen kam es mir sehr gelegen, einfach mal abzuschalten und loszulegen.

So musste ich mich zum Beispiel zur Wand stellen, mich bei jedem Gong umdrehen und auf Kommando ein Gefühl darstellen. Klingt nicht so schwer? Dann stellt euch mal vor, wie man einen abenteuerlichen, naiven, belächelnden, mutigen, erholten oder überraschenden Gesichtsausdruck in kurzer Zeit und nacheinander am besten darstellt. Gar nicht so easy, oder? Außerdem haben wir noch ganz viel improvisiert. Wir haben beispielsweise einen Satz bekommen und mussten ihn in einer Restaurant-Szene einbauen. Oder wir mussten uns selber überlegen, welche Rolle wir in einer Straßenbahn spielen. Das hat irre Spaß gemacht, weil man wirklich in eine Rolle schlüpft und sie möglichst gut spielen möchte. Im Restaurant war ich die crazy Doglady, die einen reichen Ehemann hat und ihre Zeit damit verbringt, sich zu langweilen und mit ihrem Hund zu kuscheln. Haha!

Ihr merkt schon: Ich bin ziemlich begeistert von dem Kurs. Wer mich gut kennt, weiß, dass ich grundsätzlich immer sehr skeptisch bin, aber ich hatte dieses Wochenende wirklich nichts auszusetzen. Im September soll es einen weiterführenden Kurs geben, da werde ich definitiv wieder mitmachen. Ich habe zwar nicht vor, Schauspielerin zu werden (zumindest noch nicht!), aber ich probiere irrsinnig gerne Neues aus und lerne gerne neue Menschen kennen, das bietet sich bei so einem Kurs gut an. Außerdem kann es nie schaden, wenn man ein bisschen schauspielern kann. Mir kommt es ganz gelegen, weil ich doch öfters vor der Kamera stehe. Mit den Tricks, die ich im Kurs gelernt habe, tue ich mir jetzt leichter.

VHS Summercard um 39 Euro und alle Kurse zum halben Preis

Wer also diese Sommer etwas Neues probieren möchte, der sollte einen der 1400 Kurse besuchen. Mit der VHS summercard, die 39 Euro kostet, kann man alle Kurse zum halben Preis besuchen. Ich habe ja schon ein paar Kurse rausgesucht, die mich sehr interessieren und die ich ziemlich sicher noch besuchen werde. Die Karte ist ab Juni bis Ende August 2016 gültig. Tipp: Meldet euch rechtzeitig an, der Selbstverteidigungs-Kurs, den ich besuchen wollte, war zum Beispiel schon voll.

Mehr Infos gibt es hier!

 

// In freundlicher Kooperation mit der VHS Wien //

 

Merken

Merken

Merken

Merken