Wie bringe ich Werte, die mir die Welt bedeuten, anderen näher? Wie schaffe ich es, Menschen das Gefühl zu geben, sie sind etwas Besonderes? Feminismus, Fotografie und good vibes: All das möchte ich unter einen Hut bringen: Wie?

Viele Fragen, auf die es schlussendlich nur eine Antwort gibt. Aber fangen wir von vorne an: Ich erstelle eine Mindmap. Was möchte ich machen? Ich möchte sympathische, toughe Frauen in Wien porträtieren. Ich möchte jene finden, die Wien bereichern und sie vor die Kamera holen. Ich möchte den Zusammenhalt von Frauen stärken und mich für Gleichberechtigung einsetzen. Frauen verdienen weiterhin 25 Prozent weniger als Männer – bei gleichen Kompetenzen. Frauen sind öfter Opfer von sexueller Gewalt und Hass im Netz. Frauen werden weiterhin diskriminiert, sei es bei der Frage der Kinder oder aufgrund ihres Aussehens. Erst diese Woche wurde ein Vergewaltiger nach nur drei Monaten entlassen. Es herrscht noch so viel Ungerechtigkeit in dieser Welt und oft sind Frauen Opfer dieser Ungerechtigkeit.

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Ein nicht ganz so tragischer, aber auch ausschlaggebender Grund: Die Mode- und Werbewelt ist eine, die nicht gefakter sein könnte. Wir sehen täglich Bilder von Frauen, die perfekt sind. Alles scheint zu 100 Prozent zu passen: Gesicht, Körper, Pose. Durch dieses völlig verzerrte Schönheitsideal definieren wir uns und werden auf unserer Äußeres reduziert. Fotografen, die nur magere Models buchen, unterstützen diesen Teufelskreis, genauso wie Kunden, die Mädchen wollen, die im Körper einer 12-Jährigen zu stecken scheinen. Blogger, die nur perfekte Selfies auf Instagram hochladen, tragen auch nicht unbedingt dazu bei, dass wir uns wohl in unserer Haut fühlen. Wir jagen verkrampft einem Ideal nach, das wir nie erreichen werden. Dem möchte ich entgegenwirken, denn ich habe das alles satt. Versteht mich nicht falsch: Auch ich habe viel mit Models zu tun und fotografiere sie natürlich auch. Und ganz ohne die Fashionbranche geht auch nicht. Trotzdem glaube ich, dass wir uns für neue, bessere Schönheitsideale einsetzen können. Oder liege ich da falsch?

Denn es ist doch so: Ob dick, dünn, groß, klein, volle Lippen, markante Gesichtszüge, Glatze, Afro, Brille, Zahnlücke – Jede Frau, jeder Mensch, hat etwas Besonderes an sich. Ich weiß, das klingt alles nach einer ziemlich weltverbesserischen und nicht unbedingt realistischen Einstellung zum Leben. Aber ich übernehme gerne die Rolle der Weltverbesserin, wenn ich dazu beitrage, dass sich andere gut fühlen. Wenn ich eines im Zuge der bisherigen Portraits gelernt habe, dann das: Jede der Frauen hat sich besonders gefühlt, als ich sie fotografiert habe und das war mir eine große Ehre und Freude. Sie sind aufgeblüht, wir haben uns besser kennengelernt und hatten Spaß an der Sache.

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Wie es der Prozess so will, hatte ich natürlich auch meine Zweifel: Gibt es solche Projekt nicht schon zuhauf? Wer wird mich schon ernstnehmen? Werde ich überhaupt Frauen finden, die mitmachen wollen? In der Tat kann es solche Projekte gar nicht oft genug geben. Wer mich nicht ernstnehmen möchte, wird das ohnehin nie tun und die Frage, ob ich Frauen für mein Projekt gewinnen kann, hat sich sehr bald in Luft aufgelöst. Bisher haben alle, mit denen ich in Kontakt getreten bin, zugesagt. Sie haben mich in meiner Idee bestärkt und mir gezeigt, dass es die richtige Entscheidung ist, „#GRLPWR – support your local girl gang“ zu starten. Ich werde die Fotos vor allem auf meinem Instagram-Account veröffentlichen, aber natürlich auch auf meinem Blog. Ab Montag geht es los! Ich freue mich, wenn ihr mich mit meinem Projekt unterstützt und es weitersagt! Spread love, it’s the Viennese way.

 

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