Vielleicht hat es der ein oder andere schon mitbekommen: Seit mehreren Monaten meide ich Fast Fashion-Läden wie H&M oder Zara. Ehrlich gesagt komme ich nicht mehr mit meinem schlechten Gewissen klar, wenn ich mir T-Shirts um fünf Euro kaufe, ohne zu hinterfragen, wieso sie nur fünf Euro kosten. Ich werde dazu noch einen eigenen Beitrag verfassen, bisher habe ich meine Entscheidung aber nicht wirklich thematisiert, weil es eine Umstellung war und ich mehr oder weniger „sattelfest“ sein möchte, bevor ich darüber schreibe. Nichtsdestotrotz möchte ich euch heute vier Läden in Wien empfehlen, die ich aufsuche, wenn ich in Shoppinglaune bin. Grundsätzlich versuche ich meinen Konsum übrigens einzuschränken, weil ich nicht glaube, dass wir haufenweise Kleidung brauchen, um glücklich zu sein. Aber ich möchte kein Moralapostel sein und noch weniger möchte ich jemanden missionieren. Vielleicht freut sich aber jemand über diese vier Tipps in Wien:

1. Unikatessen Concept Store

Ich habe Unikatessen vor etwa zwei Monaten für einen Stadtguide fotografiert und habe nicht schlecht gestaunt, als ich das Geschäft das erste Mal betreten habe. Ein Laden voller Vintage-Einzelteile aus der ganzen Welt, wow! Von der Einrichtung und dem Charme möchte ich gar nicht erst anfangen, sonst komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Unikatessen hat wirklich einzigartige Kleiderstücke. Da die meisten Sachen Vintage ist, tut man auch was in puncto Nachhaltigkeit. Außerdem bietet Unikatessen jungen Designern die Möglichkeit, ihre Stücke zu präsentieren. Klar, es ist nicht so billig wie beim H&M, aber ich persönlich gebe lieber Geld für ein handgenähtes Stück aus, das zu 100 Prozent aus Baumwolle besteht und in Japan designed wurde, als für ein T-Shirt, das ausgebeutete Frauen in Bangladesch massenweise produzieren und dafür unter schrecklichen Bedingungen arbeiten und leben.

WO? Margaretenstraße 45

2. We Bandits

Ah, war ich froh, als ich We Bandits für mich entdeckt habe. Das Geschäft greift immer die neuesten Trends auf, bietet ausgefallene Mode an und ebnet jungen Designern aus aller Welt den Weg nach Wien. Wenn gerade Ausverkauf ist, kosten die Teile wirklich nicht so viel. Jedes Kleidungsstück, das ich bei We Bandits gekauft habe, ist etwas Besonderes. Sie verkaufen Sachen ganz nach dem Prinzip, dass Fashion leistbar, nachhaltig und Spaß machen soll. Erste Klasse, finde ich. Mal abgesehen davon, dass die Besitzerin Sophie und ihre MitarbeiterInnen immer sehr nett sind und man sich einfach wohl fühlt, hat sich Sophie stark für Flüchtlinge eingesetzt. Das rechne ich ihr hoch an und jeder Mode-Gigant könnte und sollte sich ein Beispiel an ihr nehmen.

WO? Theobaldgasse 14 und Neubaugasse 36

Diese Bluse habe ich bei We Bandits gekauft und im Sale gerade einmal 60 Euro bezahlt.

Dieses Hemd habe ich bei We Bandits gekauft und im Sale gerade einmal 60 Euro dafür bezahlt. Ich schwitze kaum darin, der Stoff fühlt sich wahnsinnig gut an und muss kaum gebügelt werden.

3.Arnold’s

Das Arnold’s hat leider nur Mode für Männer, trotzdem schwöre ich auf den Laden. Sie haben wirklich coole Teile, die – soweit ich weiß – größtenteils in den USA produziert werden. Marko kauft in Wien fast ausschließlich bei Arnold’s ein und auch ich bin treue Kundin. Es gibt nämlich immer wieder mal Sachen, die ich Marko oder mir dort kaufe. Fototaschen, Rucksäcke, Hygieneprodukten wie dieses Desinfektionsmittel, Sonnenbrillen, ihre eigenen Tanktops mit englischen Bulldoggen drauf oder irgendwelche coolen Bücher. In dem dazugehörigen und direkt angrenzendem Paar-Sneakerladen besorge ich mir meistens Schuhe. Außerdem fühlt man sich im Arnold’s immer wohl, weil irgendwie nur nette Leute dort sind, haha!

WO? Siebensterngasse 52

4. American Apparel

Nicht ganz so besonders ist American Apparel, aber dort finde ich immer Jeans, Basic-Teile und eben alles, was gerade im Trend liegt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich bezugnehmend auf den Sexismus, der American Apparel vorgeworfen wird, nicht ein ganz so großer Fan bin. Aber: Sweatshop free, made in USA. Großer Minuspunkt: Alle Teile scheinen sehr eng geschnitten zu sein. Ich zumindest muss immer eine größere Nummer nehmen. Nichtsdestotrotz eine gute H&M-Alternative.

WO? Mariahilfer Str. 22-24

Das war es vorerst mal mit meinen Tipps. Wer mehr wissen möchte, sollte bei Dariadaria vorbeischauen. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Fair Fashion-Thematik und ist eine große Inspiration!

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